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  introduction  
 

Die Lehre
Das Problem

Die Ursache
Dukkha-->Nirvana
Der Weg

 
       
 

photo: sakyamuniBuddha Sakyamuni oder Akshobhya
Bronzeguß, teils farbig gefaßt,
mit Kupfer - und Silbertauschierung
H: 42 cm. Tibet, 15Jh
.

Buddha Sakyamuni ist der
historische Buddha Siddharta
Gautama. Haeufig wird er im
Lotossitz und mit der rechten
Handspitze die Erde beruehrend
dargestellt. Er ruft damit die
Erde als Zeugin fuer seine
Erleuchtung an.

Mit freundlicher Genehmigung
des © Linden-Museums Stuttgart

 
 
 
 
 
 
 
 
 
     
     

 

Die Lehre des Buddha, der Buddha-Dharma, ist urspruenglich keine Religion, sondern eine Methode der Geistesschulung, die auf innere Befreiung des Bewusstseins abzielt:

  • Laut Buddha gibt es keinen Schoepfergott, sondern das All wird von einer immanenten Gesetzmaeßigkeit gelenkt.

  • Buddha ist kein Gott oder Prophet, sondern ein weiser Lehrer.

  • "Glauben" hat keinen Wert an sich. Der Buddhist soll alles sorgfaeltig pruefen, auch Buddhas Lehre.

  • Buddha: meine Lehre ist wie ein Floß, das Euch an das andere Ufer bringt. Einmal dort angekommen, braucht Ihr das Floss nicht mehr und muesst es zuruecklassen, sonst wuerde es Euch nur behindern.


Das Problem

Die Wahrheit des Leidens

"Das Leben ist unverweigerlich mit Leiden verbunden. Es ist unvollkommen und unbefriedigend."
(Buddha)

Geburt, Altern, Krankheit und Tod, kurz die ganze conditio humana, sind mit Leid verbunden. Auch das Glueck ist mit Leid verbunden, denn es ist nicht von Dauer. Dem Glueck folgt immer der Verlust des Gluecks und die Enttaeuschung.

Alles ichbezogene Leben ist leidvoll. All unser Leid (Dukkha) und all das Leid, das wir anderen zufuegen, sind jedoch letztlich selbst gemacht.

Doch eigentlich gibt es gar kein Leiden. Warum ist das so?

     
     
           
     

BodhidharmaBodhidharma
Figure Painting
Edo Period, Japan.

Bodhidharma lebte im
6. Jahrhundert als
Waldeinsiedler in
Indien. Er fuhr auf dem
Seeweg nach
China, wo er das Chan
begruendete und dessen
erster Patriarch wurde.

This image is the property
of © Kyoto National Museum.
All rights reserved.

           
     

Die Ursache

"Die Ursache unseres Leidens ist unser Verlangen."
(Buddha)

Unsere Leiden entstehen alle durch unser "Verlangen" unterschiedlichster Art und durch unsere Weigerung, das Hier und Jetzt so zu sehen, wie es wirklich ist.

Wir muessen zuerst erkennen, dass wir selbst durch unser selbstbezogenes Wollen die Wirklichkeit bestaendig in ein Korsett zwaengen - was unvermeidlich Ent-Taeuschung und Leid in allen moeglichen Formen nach sich zieht, wenn die Wirklichkeit wieder einmal anders ist als unsere Erwartungen.

Die Loesung aus unserer Misere besteht im rueckhaltlos ehrlichen Erkennen, dass wir uns selbst im Wege stehen. Das "Verlangen" darf jedoch nicht zerstoert werden, sondern muss nur als solches ehrlich identifiziert werden.

Es geht nicht um Gut oder Boese, sondern darum, die Wirklichkeit im Hier und Jetzt in ihrer Ganzheit zu erfassen. Die Lehre des Buddha ist also eine zutiefst ganzheitliche Lehre.

Dazu gehoert, zu erkennen, dass du mit Allem im Zusammenhang stehst. Egoismus ist also eigentlich gar nicht moeglich! "Alles fliesst" - das gilt es zu erfahren. Auf dieser Grundlage ist erst ethisches Verhalten moeglich.

Doch gibt es eine Befreiung vom Ich-Begehren? Und wie kann sie aussehen?

           
     

stupaStupa im Wasser
Stupas beherbergen meist die Asche oder Reliquien eines
Heiligen. Der Stupa gilt als Abbild des Makrokosmos und
Symbol fuer die Ueberwindung des Kreislaufs der Leiden
durch den Buddha.
Jeder Teil des Stupa hat seine eigene kosmische oder
psychologische Symbolik. Die Mitte des Stupa steht
fuer die Achse der Welt.
Dieser Stupa steht im Wasser. Wasser ist das Symbol
fuer die weibliche, regenerative Kraft (Yin), und eng
verbunden mit der Symbolik des Mondes. Wasser dient oft
als Kontemplationsobjekt oder Symbol fuer den reinen Geist.


           
     

Dukkha --> Nirvana

"Es gibt einen Zustand ohne Leiden."
(Buddha)

"Alles, was entsteht, muss auch vergehen."
(Buddha)

Da auch Dukkha (Leiden) entsteht, muss es ebenfalls vergehen.

Das "Erloeschen" von Leid, Verwirrung, Kummer, Sorgen nennt man Nirvana.

"Wuerde es nicht das Nicht-Geborene, das Nicht-Gestaltete und das Nicht-Bedingte geben, wuerde es fuer das Geborene, Gestaltete und Bedingte kein Entrinnen geben. Da es aber das Nicht-Geborene, das Nicht-Gestaltete und das Nicht-Bedingte gibt, gibt es auch fuer das Geborene, das Gestaltete und das Bedingte ein Entrinnen."
(Buddha ueber das Nirvana)

Nirvana ist kein Jenseits, kein Himmel oder Wolkenkuckucksheim, sondern ein Zustand voelligen Wach-Seins und Gewahr-Seins im Hier und Jetzt.

Alles, was ist, ist in staendiger Bewegung, Veraenderung- auch Du! (Buddha spricht daher nicht von Personen oder Individuen, sondern von "Bewusstseinsstroemen".)

Anfang und Ende sind unvorstellbar. Unsere groeßte Furcht ist der Verlust, der Tod unseres "Ich". Doch wenn wir erkennen, dass wir gar kein festes Ich haben, sehen wir die Wirklichkeit, wie sie ist und verlieren jede Angst:

"Genau wie ein Mensch voll Entsetzen zusammenschrickt, wenn er auf eine Schlange tritt, und lacht, nachdem er genau hingesehen und entdeckt hat, das es nur ein Stueck von einem Seil ist, so habe ich eines Tages entdeckt, dass das, was ich das "Ich" genannt hatte, gar nicht auffindbar war, und alle Furcht und Unruhe verschwanden zusammen mit meinem Irrtum." (Buddha)

Wie koennen wir den Weg dahin gehen?

           
     

Dharma WheelDas Rad der Lehre (Dharma-Chakra)
Als der Buddha seine erste Lehrrede hielt, setzte er damit das Rad
der Lehre in Bewegung. Die Nabe des Rads steht fuer ethische
Disziplin, die acht Speichen fuer den achtfachen Weg (s.u.), und
die Felge symbolisiert die Konzentration, die bei der Ausuebung
der Lehre noetig ist.

           
     

Der Weg

"Es gibt einen Weg, diesen Zustand zu erreichen."
(Buddha)

Dieser Weg fuehrt uns aber nicht von A nach B. Sobald wir naemlich den Weg betreten ist er schon voll und ganz verwirklicht - denn er war und ist immer hier.

Zur besserem Anschaulichkeit wird er jedoch traditionell in 8 Glieder unterteilt:

Der achtfache Weg zur Befreiung:

  • Vollkommene* Erkenntnis
  • Vollkommener Entschluss
  • Vollkommene Rede
  • Vollkommenes Handeln
  • Vollkommener Lebenserwerb
  • Vollkommene Anstrengung
  • Vollkommene Achtsamkeit
  • Vollkommene Sammlung

    (*Statt "vollkommen" wird traditionell meist "recht" gesagt; "ganzheitlich" waere auch ein passendes Attribut.)

Erkenntnis:

  • Vergaenglichkeit, Alles fliesst, auch wir selbst.
  • Leiden ist unvermeidlich, wenn wir an etwas zu stark festhalten wollen.
  • Die vollkommene Erkenntnis besteht darin, dies wirklich so zu sehen - und nicht so, wie wir es gern haetten.


Entschluss:

  • Ich will die Wahrheit erkennen, denn mein Leben steht auf dem Spiel.

Rede, Handeln, Lebenserwerb:

  • stehen im Einklang mit meiner Erkenntnis und meinem Entschluss.
  • Ich vermeide deshalb, was mir selbst oder anderen schadet und was mich selbst und Andere am Erwachen zur Wirklichkeit hindert.

Anstrengung, Achtsamkeit, Sammlung:

  • Ich erlebe jeden Augenblick bewusst.
  • Ich vergesse nie mein eigentliches Problem: Dukkha. Ich sammle meinen Geist (Meditation).

 

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